[nobelio-gallery]

SUV war gestern

Zur Eröffnung seines neuen Designcenters in Peking stellt der schwäbische Autobauer Mercedes seine neueste Design-Studie, den Mercedes G-Code vor. Bei dem 4,10 Meter langen, 1,90 breiten und 1,50 Meter hohen bzw. flachen Concept-Car handelt es sich um ein sogenanntes Sports Utility Coupé, also einer Mischung aus SUV und Coupé. Diese Form des Crossover-Autos erfreut sich bei den Käufern einer immer größer werdenden Beliebtheit. Mit seinen vor allem für den asiatischen Markt ausgelegten Innovationen hebt sich der G-Code jedoch mehr als deutlich von seinen potentiellen Mitbewerbern ab.

Innovativ bis in die letzte Schraube

„Der G-Code folgt der Formensprache eines typischen Mercedes-Coupés, das gleichzeitig zur Familie der SUV gehört“, sagt der oberste Design-Chef Gorden Wagener. Das lässt sich auf den ersten Blick erkennen. Eine nach hinten abfallende Seitenlinie sowie die kräftigen Radstände mit den 21 Zoll großen Leichtmetallrädern zeugen von Sportlichkeit während eine kurze Motorhaube oder die große Bodenfreiheit typisch für einen SUV sind. In Sachen Antrieb setzen die Schwaben auch in China auf einen Plug-in-Hybridantrieb, was bei der momentanen Luftverschmutzung absolut zu begrüßen ist. So kann der G-Code also mit seinem Wasserstoff-Verbrennungsmotor als Fronttriebler, elektrisch als Hecktriebler oder vollständig variabel im Allradmodus genutzt werden. Gerade bei Elektroautos wird oftmals die lange Aufladezeit des Akkus bemängelt. Dafür hat sich Mercedes jedoch etwas ganz besonderes einfallen lassen. Mikroskopisch kleine Solarzellen in der Lackierung des G-Code, dem „Multivoltaik Silver“-Lack, sorgen dafür, dass sich das Auto durch direkte Sonneneinstrahlung von selbst auflädt. Das Auto also während der Arbeitszeit oder dem Shoppen einfach in der Sonne parken und schon ist der „Tank“ wieder randvoll gefüllt. Umweltschonender geht es kaum. Wer jetzt bemängelt, dass die Sonne aufgrund der aktuellen Umweltprobleme in China eh kaum zu sehen ist hat zwar recht, das ist dem G-Code allerdings reichlich egal. Denn sollte die Sonne tatsächlich nicht zu sehen sein, kann sich die Beschichtung auch durch den Fahrt- oder Umgebungswind elektrostatisch aufladen. Dadurch wird die Energie für die Erzeugung des Wasserstoffs an Bord gewonnen.
Absolutes Highlight des Exterieurs ist eine an der Front verbaute Lichtorgel, die den G-Code doch stark an Knight Rider oder die Enterprise erinnern lässt. Der große verbaute Bildschirm wird Passanten mit offenem Mund an der Ampel stehen lassen. Im Stand werden sie eine vielschichtige Sternenmatrix in ruhig gehaltenem Blau zu sehen bekommen, während der Fahrt verwandelt sich der Sternenhimmel in einen Tunnel, der wie ein schwarzes Loch alles in sich aufzusaugen scheint. Bei Zuschaltung des Verbrennungsmotors wandelt sich das Bild, die Farbe verändert sich von Blau zu Rot und beginnt zu pulsieren. Die in der Form eines „G“ gehaltenen LED-Scheiwerfer sowie das LED-Leuchtband am Heck würden Captain Kirk vor Neid erblassen lassen.

Das Interieur der Moderne

Nicht nur du Außenhaut des G-Code ist wahrlich sensationell. Auch beim Interieur haben sich die Designer und Techniker von Mercedes ein Denkmal erschaffen. Nachdem die Tür des Autos geöffnet wurde, fällt einem beim Einsteigen sofort die fehlende B-Säule auf. Das erleichtert es ungemein, auf den bequemen Sitzen des Mercedes Platz zu nehmen. Ein Schlüssel ist nicht nötig, dieser wird durch das Smartphone des Besitzers ersetzt. Ist das mobile Telefon mit der dafür vorgesehen Docking-Station verbunden, nehmen die Dinge ihren Lauf. Anhand eines Bodyscans stellt sich der Innenraum nun automatisch auf den Fahrer ein. Sitzposition, Lenkrad, sogar die Düsen der Lüftungen werden perfekt ausgerichtet. Ein über die ganze Breite des Autos reichendes Display startet genauso wie auch eine indirekte Beleuchtung, welche dem Fahrer immer beste Lichtverhältnisse garantiert. Wäre denkt, dass reicht an Innovationen noch lange nicht aus, liegt absolut richtig. Der Bodyscanner setzt noch eins oben drauf und checkt immer wieder die Vitalfunktionen des Fahrers. Dabei werden je nach seiner Verfassung Massagedüsen im Sitz oder die Sitzheizung aktiviert. Auf langen Strecken gilt vor allem die Übermüdung als größter Feind des Autofahrers. Um dem vorzubeugen, pumpt der G-Code über seine Elektronik reinen Sauerstoff in den Innenraum der durch die Wasserstoffsynthese entsteht.

Design-Studie ohne Zunkunft

Der Mercedes G-Code ist das vielleicht innovativste Auto der Neuzeit. Nicht nur seine Optik, sondern auch in Sachen Umweltschutz ist es ein absoluter Vorreiter. Ob er jemals in Serie gebaut werden wird ist jedoch noch fraglich. Betrachtet man all die verbauten zukunftsweisenden Technologien, dürfte das Auto zum momentanen Zeitpunkt unbezahlbar sein.