Eine kompakte Studie

Auf einer der größten, internationalen Automobilmessen in China hat so zum Beispiel die BMW Group eine ganz besondere Studie vorgestellt: den BMW Concept Compact Sedan als eine mögliche viertürige Limousine aus dem Kompaktsegment.

Eine kompakte Limousine – kann das überhaupt gutgehen? Wie das funktioniert beweist BMW mit diesem eindrucksvollen Konzept, das man als direkte Reaktion auf die eigenen Marktforschungen zu den Entwicklungen und Bedürfnissen des chinesischen Premium-Kompakt-Marktes verstehen darf. Er soll die Lebensphilosophie und das Selbstbild einer jungen chinesischen Generation verkörpern: dynamisch, selbstsicher, mit einem hohen Bedürfnis nach Qualität und einem Gefühl für Ästhetik.

Dabei soll das Fahrzeug von außen alle typischen Merkmale eines BMW tragen. Bereits die Proportionen offenbaren auf den ersten Blick mit was für einem Auto man es hier zu tun hat. Mit einer langen Motorhaube und einem langen Radstand ausgestattet wird das Auto visuell in die Länge gestreckt, gleichzeitig betont das latent nach hinten versetzte Greenhouse den sportlichen Charakter. Die typischen Markenzeichen von BMW lassen sich ebenfalls mit Leichtigkeit identifizieren: eine lange, ausgeprägte Sickelinie, ein dynamischer Hofmeisterknick und Flächen, bei deren Modellierung die Tiefe besonders betont wurde, verleihen dem Konzeptfahrzeug eine sehr klassische BMW-Ästhetik und gliedern es optisch in die BMW-Familie ein. Besonderes Gimmick: Eine leichte Berührung unterhalb der Sickelinie öffnet die Türen dank „Soft-Touch“-Technologie.

Ein Muster das im Design immer wieder auftaucht ist das Wechselspiel von Licht- und Schatteneffekten aufgrund einer sorgfältigen Planung von Flächen und begrenzenden Kanten und Konturen. Bekräftigt durch den speziellen „Liquid Metal Bronze“-Lack, welcher bei verschiedenen Lichteinwirkungen die Farbhelligkeit variiert, entsteht so ein skulpturierter Eindruck, der dem Fahrzeug einen kräftigen, lebendigen und vor allem dynamisch-fluiden Charakter verleiht. Eine flache und breite Front mit klassischen BMW-Merkmalen, wie der Doppelniere und den BMW-typischen Doppelrundscheinwerfen, führt jenen markanten Eindruck, den der Betrachter von der Seite erhält, auch bei einer Frontalperspektive fort. Dadurch, dass die LED-Doppelrundscheinwerfer in Richtung der Niere deuten, werden die Nieren- und Scheinwerferpartien miteinander verbunden und es entsteht ein fokussierter „Blick“, welcher das organische Bild komplementiert.

Im Inneren des Fahrzeuges erwartet den Fahrer im zentralen Sichtfeld ein Head-Up Display mit Combiner-Scheibe, das alle relevanten Informationen für den Fahrer leicht zugänglich darstellt. Die Kombination aus exklusivem Nappa-Leder, offenporigem Holz und elegantem gebürsteten Aluminium lässt eine komfortable und höchst edle Atmosphäre für alle Passagiere entstehen. Die betont sportlichen Sitze ergänzen das dynamische Fahrgefühl, während aber durch den Eindruck von Einzelsitzen im Fond der luxuriös-elegante Aspekt der Studie unterstrichen wird. Ein großes Panoramadach sorgt nicht nur für angenehme Lichtverhältnisse sondern weitet auch den Innenraum in die Tiefe. Generell zeigt sich in dem großzügig entworfenen Fond die Bedeutung, die bei der Planung den Mitfahrern zukam. So soll trotz der Kompaktbauweise niemals Gefühl entstehen, noch irgendwie reingequetscht worden zu sein, wie man es bei manch anderem Kompaktmodell hat. Viel eher soll man hier als Mitfahrer den Eindruck erhalten, exklusiv chauffiert zu werden.

Man darf darauf gespannt sein, ob der BMW Concept Compact Sedan jemals den Weg in die Serienproduktion findet. Auf alle Fälle hat BMW hier aber eine optisch sehr ansprechende und konzeptuell interessante Studie vorgelegt. So darf man sich hoffentlich, auch wenn der Compact Sedan nie Serienrealität werden sollte, darauf freuen die eine oder andere Idee in zukünftigen Modellen wiederzufinden.