Ultra-Luxus-Label Altuzarra

Altuzarras modische Identität liegt irgendwo zwischen französischer Couture und der pulsierenden, authentischen Energie New Yorks. Der 1984 in Paris geborene Joseph Altuzarra zählt heute schon zur nächsten Generation New Yorker Designer. Sein Interesse für Mode war schon in jungen Jahren groß: In Philadelphia und machte er am Swarthmore College 2005 seinen Bachelor of Arts in Kunst und Kunstgeschichte, mit starkem Fokus auf Mode und Architektur. Danach stürzte sich Joseph in die quirlige, voller Dynamik steckende Modeindustrie New Yorks, assistierte bei Nicolas Caito, begann ein sechsmonatiges Praktikum bei Marc Jacobs und schließt sich für ein Jahr als freischaffender Designer dem Kreativteam von Proenza Schouler an. Sein vielseitiger und ausgeprägter Stil überzeugt nicht nur die Fachpresse, sondern auch viele Hollywoodstars, wie Rihanna und Mary J. Blige, kein Wunder also, daß die Vogue Herausgeberinnen Carine Roitfeld und Anna Wintour zu den frühesten Befürworterinnen des jungen Designtalents zählten. Von 2007 bis 2008 designt Joseph Altuzarra unter Riccardo Tisci für Givenchy in Paris, er wirkte an den Ready-to-Wear-Kollektionen mit, beschloss aber wieder nach New York zu gehen und ein eigenes Label zu gründen – das war im Herbst 2008. Im darauffolgendem Frühjahr 2009 präsentiert er seine Herbstkollektion in der Andrew Kreps Gallery in Chelsea. Vorstandsvorsitzende des jungen Labels ist Joseph Altuzarras Mutter Karen – das Unternehmen verdiente im Jahr 2010 rund vier Millionen US-Dollar.

Altuzarras Entwürfe kennzeichnen sich durch scharfen Schnitt, eng am Körper liegenden Formen, gerüschten Säumen, Abnähern und Drapierungen – stylische Silhouetten und einfacher Glamour, der nie aus der Mode kommt. Sein Label ist bekannt für kleine, aber stimmige Kollektionen: Knielange Kleider, oft geschlitzt, an den richtigen Stellen geschnürt, Rüschenkleider aus Stretch-Jersey mit Schulterpolstern, enge Hosenanzüge mit taillierten Jacken, asymmetrische One-Shoulder-Kleider aus Lamé oder Georgette, aber auch maskuline Mäntel mit hohem Kragen sind vertreten. Die faszinierenden Kreationen spiegeln Joseph Altuzarras Stärke für konstruierte Schneiderkunst und ausgefallene Patchwork-Techniken wider.

Seine verwendeten Farben sind überwiegend Schwarz, Weiß und Nude-Töne, aber auch metallische Nuancen und manchmal bestimmen sogar satte Buntfarben das Bild des New Yorker Labels. Schuhe, Stiefel und Taschen sind in seinem Repertoire und die Details erinnern oftmals an die 40er und 90er – Designer wie Helmut Lang, Jil Sander, Tom Ford und Nicolas Ghesquière sind seine Inspiration. Mit seiner 2016 präsentierten Kollektion liegt der Modedesigner damit am Puls der Zeit – Ethno-Muster, Boho-Flair und jede Menge exotische Details zeigen, daß Altuzarra die Fusion aus Opulenz und Tragbarkeit gelungen ist. Indische Stoffe die im Londoner Victoria Albert Museum ausgestellt wurden, Blumenmuster des 18. Jahrhunderts und albanische Trachten bildeten den Anreiz zu seinen Entwürfen.

Im Vordergrund standen üppiger Muster-Mix, statt Farbenrausch: Mutig, aber gekonnt kombinierte er Jacquard, Streifen und Flechtmuster miteinander, Blümchen-Dekor und Paisley wechselten sich ab, jede Menge Schwarz/Weiß, Bordeauxrot und Navy prägten das Bild seines cleanen Designs. Die Highlights der New York Fashionweek 2016 waren Shearling-Jacken und Mäntel mit betont großem Kragen, variiert wurde der Klassiker mit Blumen-Prints, Streifen und Patchwork. Die gehören definitiv auf die Wish-List einer jeden Fashionista für den kommenden Winter.