Gucci – der Inbegriff von Eleganz, Luxus und Weiblichkeit

Das Spiel mit Androgynität hat sich spätestens seit den 90er-Jahren in der Mode fest etabliert – konzeptionell wurden Klischees der Weiblichkeit und Eleganz von verschiedenen Designern schon ausführlich überarbeitet. Frida Gianninis fest definierter Design-Ansatz hat sich möglicherweise irgendwann selbst überholt und für Guccis neuen Creativ-Director Alessandro Michele ist, seit 12 Jahren bei Gucci, das, was er jetzt entworfen hat, eine echte Revolution – es wird sicherlich ein richtungsweisendes Zeichen für die Zukunft der italienischen Mode sein. Michele sprach von einem Bedürfnis, Freiheit zu behaupten und von einer Freiheit, neue Bedürfnisse zu konstruieren. Dieser beabsichtigte Anachronismus definiert Micheles Kollektion, der ganz bewusst kein sogenannter roter Faden zugrunde gelegt wurde, zeigte aber eine komplett neue Grundlage seiner Zukunft bei Gucci. Er definiert Altbekanntes neu, die femininen Attribute setzt er ganz bewusst ein – er erfindet und festigt nach und nach seine eigene, eine neue Gucci-Symbolik.

So zeigt er asiatische Impressionen, etwa ein in Satin eingestickter Tiger, goldene Blätter auf schwarzem, transparentem Stoff, gedruckte Orchideen kombiniert er mit dem traditionellen Gucci-Muster. Sinnbilder funktionieren als Stilmittel deshalb so gut, weil es Dinge sind, mit denen jeder von uns etwas verbindet, das ist nicht unbedingt etwas Konkretes, sondern genau da schließt sich Micheles emotionaler Kreis – wiederum ein Gefühl. Geblieben sind jedoch aus der Folgekollektion der Cruise Collektion 2015/16 das Pythonleder, das nach wie vor bei Gucci stylische Verwendung findet bei Jacken, Mänteln und Stiefeln. Gerade geschnittene Miniröcke zu kastig geschnittenen und doppelreihig geknöpften Mäntel und Jacken, saisonal angesagte kuschelige Felljacken in natürlichen Beige- und Brauntönen, sowie die nach wie vor trendigen Sixties-Silhouetten und jede Menge rauchige Pastelltöne. Florale Muster von Nachtblühern, die ihre volle Pracht erst nach Sonnenuntergang entfalten ranken sich auf Kleidern, Blusen und Hosen, auch schmal geschnittene Capri-Hosen und klassische, fein gestrickte Pullis mit maritimen Streifen. Alessandro Michele stimmt dem Zitat von Roland Barthes sicher zu: “ Das Zeitgenössische ist das Zeitlose.“