So geht Lebensqualität 2016

Erst 17 Jahre alt und schon lange der Lebensmittelpunkt von Milliarden von Menschen – Google ist längst mehr als eine bloße Suchmaschine und als Konzern absolut nicht mehr wegzudenken. Google beantwortet so nicht nur unsere alltäglichen und besonderen Fragen gleichermaßen, sondern lässt uns mit Chrome überhaupt erst ins Internet, stellt es uns mobil zur Verfügung auf unseren Android-Smartphones, bastelt derweil an selbstfahrenden Autos und sogar an beinahe gruseligen Robotern. Ein Pessimist würde sagen, dass der Einfluss und die Möglichkeiten von Google erschreckende Ausmaße annimmt, aber worin einige eine Bedrohung sehen, erkennen andere Potential und Zukunft.

Es ist nun auch 10 Jahre her, dass Google die erste jährliche Entwicklerkonferenz abgehalten hat, heute bekannt unter dem Namen I/O. Früher hatten gerade einmal 300 Millionen Menschen einen Internetzugang, heute sind es über 3 Milliarden, von denen der Großteil das Handy benutzt, um so zum Beispiel an Informationen zu gelangen, den Tag zu planen, oder mit anderen Menschen zu kommunizieren. In einer solchen Welt ist der Anspruch Googles, die Flut an Informationen noch effektiver zu bündeln und für die Nutzer zugänglich machen, wichtiger als je zuvor.

Ein personal assistant für Jedermann

Wie nahezu jeder heutzutage dürften Sie auch das Gefühl kennen, bei der heutigen täglichen Fülle an Informationen kaum mehr mitzukommen. Besitzer eines Android-Smartphones dürften dennoch schon bemerkt haben, dass diese modernen Planer, Adressbücher und persönlichen Assistenten einem bereits heute viel Arbeit komplett selbstständig abnehmen, indem Termine automatisch gespeichert werden, Erinnerungen automatisch aufploppen und relevante Informationen direkt auf dem Bildschirm erscheinen. Der treibende Motor dieser Entwicklungen ist der Fortschritt der künstlichen Intelligenz in den letzten Jahren, ob beim grammatischen Sprachverständnis, der Spracherkennung oder den Übersetzungsmechanismen. Angesichts dieser Entwicklungen wird aber klar, dass wir auch noch weit vom Ende der Kapazitäten entfernt sind und uns momentan sogar an einem entscheidenden Punkt befinden. Mehr und mehr entwickelt sich Google von einer Suchmaschine zu einem Gefährten, und wie ein Gefährte soll der neue Google assistant auch natürlich wie in einem Dialog reagieren und interagieren können. Er wird es noch einfacher machen, unterwegs Kinokarten zu besorgen, das beste Lokal für ein gemütliches Abendessen davor zu finden und dann den Weg zum Kino zu weisen – plattformübergreifend.

Soweit, so… langweilig? Was kann der neue Google assistant denn wirklich, was mein Handy bis jetzt noch nicht kann? Nun, wirklich stark ist er vor allem in Verbindung mit einigen weiteren Produkten, die von Google auf der diesjährigen I/O vorgestellt wurden.

Das erste solche Produkt ist Google Home, eine Idee die geradezu einem Sci-Fi Roman entsprungen scheint und im Laufe des Jahres erscheinen soll. Die komplette Koordination der Haushaltsgeräte lässt sich mit Google Home und den Google assistant durch Spracheingaben steuern, ob man Musikanlage und Fernseher kontrollieren, den Ofen vorheizen, das Licht dimmen oder den Flug noch einmal checken möchte. Schön für Junggesellen: Auch in den eigenen vier Wänden ist man dank dem Google assistant und seiner sprachlich interaktiven Natur nicht mehr allein, wenn man nicht möchte. So sieht Fortschritt aus.

Neben dem privaten Wohnraum möchte Google aber auch in gewohnteren Gefilden aushelfen, so vor allem auf dem eigenen Handy. Mit dem neuen Messenger von Google, Allo, soll der Google assistant auch da helfen, wo es natürlicherweise um Geschwindigkeit und Spontanität geht: Beim Chatten. Man soll wahlweise alleine, oder mit dem Chatpartner zusammen mit dem Google assistant interagieren können, um beispielsweise leichter auf die Fotos aus dem letzten Urlaub zugreifen zu können, oder Terminplanungen abzugleichen. Auch die Suche nach Locations für das nächste Treffen wird von Google assistant ohne das umständliche hin und her zwischen verschiedenen Apps geregelt und den Konversationsteilnehmern direkt in den Chat weitergeleitet. Darüber hinaus kann Allo aber auch im Chatverlauf mitdenken und direkt Vorschläge für mögliche Antworten anbieten, persönlich, authentisch und privat mit end-to-end Verschlüsselung, einem optionalen Ablaufdatum für Nachrichten und diskreten Push-Benachrichtigungen auf dem Bildschirm.

Während wir gerne und oft erstaunlich viel mit dem Handy schreiben, reicht das aber nicht immer und man möchte sich gelegentlich auch mal von Angesicht zu Angesicht sehen. Für diese Aufgabe hat Google Duo entwickelt, praktisch eine Erweiterung für Allo, die Videotelefonie erleichtert und sie auch bei schlechten Internetverbindungen schneller und zuverlässiger gestalten soll. Mit der Knock Knock-Funktion sieht man den Anrufer in einer Live-Übertragung bevor man annimmt, ganz wie man zuerst durch den Türspion blicken würde, bevor man einem möglicherweise Fremden die Tür öffnet. Beide Funktionen, Allo und Duo, werden auf der Telefonnummer aufbauen und daher eine Kommunikation über Herstellergrenzen hinweg, ganz egal ob Android oder iOS, ermöglichen. Planmäßig sollen sie bereits diesen Sommer verfügbar sein.

Was sonst so ansteht

Neben diesen großen Enthüllungen hat Google aber auch einige etwas gewöhnlichere News zur I/O 2016 verkündet. Unter anderem mit dabei sind Informationen zur neuen virtual reality Plattform Daydream, der neuen Android Version „N“, zu tweaks und fixes für die Smartwatches von Android wear und zu den Android Instant Apps. Besonders interessant ist die Zukunftsperspektive von Daydream: Während viele andere Hersteller auf große Desktop-PCs mit gigantischer Rechenleistung setzen um ihre Virtual Reality Konzepte zu realisieren, experimentiert Google mit einer VR-Schnittstelle für Smartphones, was eine deutlich größere Klientel ansprechen dürfte. Noch ist zwar nicht ganz klar, welche Spezifikationen Smartphones aufweisen müssen, um mit der vorgesehenen Hardware kompatibel zu sein, aber die Richtung, die Google einschlägt, macht mal wieder deutlich wie futuristisch der Konzern ausgelegt ist.

Was für einen gigantischen Einfluss Google bereits heute hat, ist von allen Seiten unbestritten. Nichtsdestotrotz ist der Konzern auf dem besten Weg, diesen Einfluss weiter auszubauen. Die auf der diesjährigen I/O präsentierten Konzepte, Modelle und Technologien festigen die Position von Google an der Spitze geradezu jeglicher Tech-Unternehmen weltweit. Ob es nun darum geht, Probleme wie den Klimawandel, mangelnden Zugang zur Bildung oder zur Gesundheitsvorsorge zu bekämpfen, oder einfach nur ein ohnehin gutes Leben noch komfortabler zu gestalten, Google scheut keine Herausforderung und ist sich für nichts zu schade. Man darf gespannt sein, was uns nächstes Jahr erwartet.